Filterlaufzeit: die Regel Temperatur ÷ 2 und ihre Fallen
- Ausgangspunkt: Wassertemperatur ÷ 2 = Filterstunden pro Tag (Wasser mit 24 °C → ~12 h).
- Die Regel hat Grenzen: Über ~28 °C wird viel länger gefiltert (bei Hitzewelle sogar durchgehend), und nie unter ein Mindestmaß.
- Während einer Behandlung: durchgehende Filtration, Punkt.
- Tagsüber filtern (wenn UV + Hitze + Badegäste das Wasser angreifen), nicht nachts „wegen des Stromtarifs“.
Wie viele Stunden pro Tag filtern? Der Ausgangspunkt, den jeder kennen sollte: Wassertemperatur ÷ 2. Wasser mit 24 °C → etwa 12 h tägliche Filtration. Einfach, wirksam … und trügerisch, wenn man dort stehen bleibt, denn die Regel hat drei tote Winkel: die Hitzewelle (über ~28 °C dreht die Biologie auf, und es muss viel länger gefiltert werden, manchmal durchgehend), die Behandlungen (durchgehende Filtration Pflicht, egal was das Thermometer sagt) und das Minimum (auch bei kaltem Wasser geht man nicht unter eine tägliche Untergrenze). Die richtige Filterlaufzeit ändert sich also buchstäblich jeden Tag — deshalb berechnet die CliniPool-App sie laufend neu, mit dem Wetter DEINES Pools.
Warum die Filtration so entscheidend ist
Die chemische Desinfektion macht die Schlagzeilen, aber die Filtration macht die Grundlagenarbeit: Sie entfernt physisch Partikel, tote Algen und Schmutz, und sie lässt das Wasser zirkulieren, um das Desinfektionsmittel überallhin zu bringen. Stehendes Wasser ist Wasser, das sich schichtet: Chlor an der Einspeisestelle, nichts in den toten Winkeln. Die Mehrheit der „mysteriösen“ trüben Pools sind Filtrationsdefizite, keine Produktprobleme.
Die ÷-2-Regel und ihre drei Korrekturen
Korrektur Nr. 1 — die Hitze. Die Regel ist ungefähr linear; die Biologie ist es nicht. Über ~28 °C beschleunigen Algen und Bakterien schlagartig, während das Chlor schneller schwindet: deutlich verlängern, und mitten in der Hitzewelle auf Dauerbetrieb gehen. (Der Hitzewellen-Guide unter „Auch lesenswert“ beschreibt diesen Überlebensmodus.)
Korrektur Nr. 2 — die Behandlungen. Stoßchlorung, Grünwasser-Rettung, Flockung: durchgehende Filtration bis zum Ende des Prozesses. Der Filter entsorgt, was die Chemie zerstört hat.
Korrektur Nr. 3 — das Minimum. Wasser mit 8 °C bei aktiver Überwinterung? Man schaltet trotzdem nicht alles ab: Ein tägliches Minimum hält das Wasser in Bewegung und den Kreislauf gesund.
Wann filtern: tagsüber, und das ist wichtig
Das Wasser verschlechtert sich, wenn es angegriffen wird: UV, Hitze, Badegäste — all das passiert tagsüber. Also muss das Wasser tagsüber zirkulieren und desinfiziert werden. Die Nachtfiltration „wegen des Niedertarifs“ desinfiziert ein Wasser, das nichts angreift, und lässt das Becken dann während des Nachmittagsansturms stillstehen. Wenn der Tarif zählt, kombiniere: das Wesentliche tagsüber, die Ergänzung nachts.
Die Zeit ist nicht alles
Drei Prüfungen vervollständigen die Einstellung: der Filterdruck (verschmutzt filtert er schlecht, selbst rund um die Uhr — spüle ihn, wenn der Druck über sein Normalniveau steigt), der Zustand des Filtermediums (verschlissener Sand oder eine müde Kartusche lassen die Feinstteilchen durch) und die Dimensionierung (idealerweise durchläuft das Beckenvolumen den Filter in 4 bis 6 Stunden). Die App verknüpft all das: laufende Temperatur, Wetter, laufende Behandlungen — und zeigt dir jeden Tag die passende Filterlaufzeit an, mit Live-Countdown.
Häufige Fragen
Wie viele Stunden einen Pool mit 26 °C filtern?
Die Grundregel sagt ~13 h (26 ÷ 2). Ein guter Ausgangspunkt; passe ihn nach Nutzung und Wetter an. Richtung 28 °C ruhig deutlich verlängern.
Nachts oder tagsüber filtern?
Tagsüber: Wenn das Wasser angegriffen wird (UV, Hitze, Badegäste), muss es zirkulieren und desinfiziert werden. Nachts filtern wegen des Stromtarifs heißt desinfizieren, wenn es nichts zu desinfizieren gibt.
Schadet Dauerfiltration der Pumpe?
Nein, Pumpen sind dafür gebaut — viele Becken (Salz, variable Drehzahl) filtern quasi durchgehend. Was eine Pumpe verschleißt, sind sehr häufige Starts und Trockenlauf.
Warum kippt mein Wasser, obwohl ich „genug“ filtere?
Die Zeit ist nur ein Teil der Gleichung: Ein verschmutzter oder verschlissener Filter filtert auch bei langer Laufzeit schlecht, und eine unausgeglichene Chemie kippt trotz perfekter Filtration. Laufzeit + Filterzustand + Wassergleichgewicht bilden ein Ganzes.